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Patenschaft für den Zweinaundorfer Park
Der Heimat- und Kulturverein Mölkau hat seine Mitgliederversammlung im März 2005 über die
Bedeutung des Zweinaundorfer Parks beraten. Der Park mit dem Gut und den angrenzenden Feldfluren ist historisches Kulturgut und hat sich als grüne Oase mit hohem Erholungswert entwickelt.
Bereits um 1770 begannen die Erbin des Zweinaundorfer Rittergutes, Amalia Sophie geb. Schubarth
und ihr Ehemann Carl Ferdinand Hommel mit der Umgestaltung des zum Rittergut gehörenden Auewaldes in einen Park in der Art des damals aktuellen englischen Landschaftsstils. Bis 1813 erfuhr so die Auenwaldlandschaft
nördlich und östlich des alten Herrensitzes eine tiefgreifende Gestaltung. Unter Anlehnung an die großen ausländischen und deutschen Landschaftsgestalter entstand eine vorromantisch-sentimentale Parkanlage,
die zwar nicht die Wertigkeit von Machern oder Wörlitz erlangte, aber typische Merkmale dieser Anlagen zeigte.
Diese gute Entwicklung fand mit der Völkerschlacht 1813 ein jähes Ende. Um die Orte Mölkau und
Zweinaundorf wurden entscheidende Schlachten geführt. Besonders hartnäckig war der Kampf im Rittergutspark, wo um jeden Baum gerungen wurde. Der Park wurde restlos zerstört. Die Nachkriegsjahre taten ihr Übriges.
Die letzten lebenden Zeugen aus dieser Zeit sind die alten Platanen am Gutshaus sowie die Platanengruppe an der Nordseite der großen Parkwiese.
Erst nach 1854, als der Leipziger Kaufmann Friedrich Wilhelm Kelbe das stark beschädigte
Rittergut erworben hatte, erfuhr der Park eine Neugestaltung, aber nicht im Sinne der alten sentimentalistischen Anlage. Der Kaufmann Kelbe war bestrebt, den Park für seine Zwecke wieder nutzbar zu machen.
Repräsentation, Jagdrevier und Entspannung für die Familie waren seine Zielvorgaben. Dabei griff er auf die natürlichen Standortformen des Auewaldes zurück und bereicherte diese mit Aussichtspunkten,
Blickbeziehungen und der Einbeziehung von Baumgruppen, Einzelbäumen sowie Nachpflanzungen. Genau diese Entwicklung soll aufgegriffen und daran anknüpfend zeitgemäß weiter geführt werden.
Deshalb wurde am 21.03.05 eine Arbeitsgruppe "Zweinaundorfer Park" im Heimat- und
Kulturverein Mölkau gebildet. Ziel ist die verbesserte Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern der Stadt Leipzig für die Erhaltung, Pflege und Entwicklung des Parks und seines Umfeldes.
Die Eigentumsverhältnisse sind komplizierter geworden. Der Zweinaundorfer Park gehört der Stadt
Leipzig. Das Gut mit dem Herrenhaus, den Stallungen und Nebengebäuden sowie dem Parkteil innerhalb der Umzäunung wurde privatisiert. Die umliegenden landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie die Parkwiesen wurden vom
neuen Eigentümer zugepachtet.
Mit der Bewirtschaftung des Parks ist von der Stadt Leipzig das Grünflächenamt - Abteilung
Stadtforsten beauftragt. Die Initiative des Heimat- und Kulturvereins Mölkau - Patenschaft für den Zweinaundorfer Park - wird begrüßt und unterstützt!
Territoriale Probleme und Anliegen unterschiedlicher Nutzer am Park sollen über die "AG
Zweinaundorfer Park" vor Ort, natürlich in Abstimmung mit dem zuständigen Revierförster, Herrn Knorr, gelöst werden.
Für Okt. / Nov. 2005 sind Pflegemaßnahmen im Baumbestand vorgesehen. Auf der Grundlage unserer
Konzeption zur Pflege, Erhaltung und Entwicklung sollen auch wertvolle Einzelbäume und die große Platanengruppe vorsichtig freigestellt werden.
Die Kastanienreihe am Weg östlich der großen Parkwiese weist durch Überalterung Lücken auf und
wird nachgepflanzt. Neue Überlegungen sind für die Pflege und Unterhaltung der Wege notwendig, da hierfür gegenwärtig kaum Mittel zur Verfügung gestellt werden können.
Die Termine der nächsten Beratungen der "AG Zweinaundorfer Park" sind jeweils unter
“AKTUELLES, TERMINE” zu erfahren. Der Tagungsort ist im ehemaligen Gemeindeamt Mölkau. Interessenten und auch solche für eine Mitarbeit in der AG sind herzlich eingeladen.
S. Kreusch Heimat- und Kulturverein Mölkau, AG Zweinaundorfer Park
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